Auf dem Glas ist ein Etikett der Hamburg Port Authority (HPA) mit der Aufschrift „Ref 14-3_20“ sowie dem Probedatum „16/17.08.2014“ zu sehen
Unter Wasser

Wir kennen unseren Schlick und wissen, was wir damit tun

Wenn Bereiche im Hafen durch Verschlickung zu flach geworden sind, stellen wir die notwendige Tiefe für den Schiffsverkehr wieder her. Dazu wird der Schlick geprüft und gebaggert. Der größte Teil wird im Wasser umgelagert. Ein kleiner Teil muss an Land behandelt und deponiert werden.

Eine Person auf einem Boot füllt mit einem Spachtel Schlick von einer Ablagefläche in einen weißen Eimer. Daneben ist Wasser zu sehen, aus dem der Schlick stammt.
Vor den Baggereinsätzen nehmen wir umfangreiche Sedimentproben. Daher kennen wir unseren Schlick sehr genau.
Eine Person mit blauen Handschuhen entnimmt mit einem Stab eine Schlickprobe aus einem weißen Eimer und hält in der anderen Hand einen Probenbehälter bereit.
Für den Qualitätscheck wurden wissenschaftlich abgeleitete Maßgaben und Werte festgeschrieben, die genau vorgeben, ob Sedimente im Gewässer verbleiben können oder an Land behandelt werden müssen.

Umlagerung und Verwertung des Baggerguts

Unser gesetzlich verankerter Auftrag ist es, dafür zu sorgen, dass Schiffe den Hamburger Hafen stets sicher und leicht erreichen oder verlassen können. Dazu befreien wir die Fahrrinnen der Elbe und die Hafenbecken regelmäßig von überschüssigen Sedimenten wie Schlick und Sand, wenn sie die Wassertiefe zu sehr verringern. Doch was passiert mit den mehreren Millionen Tonnen an Baggergut, die durch regelmäßige Baggerarbeiten über das ganze Jahr anfallen?

Über 95 % des Baggerguts kann auf geprüften und geeigneten Verbringstellen in der Tideelbe oder der Nordsee umgelagert und somit zurück ins Gewässer gegeben werden. Das ist sinnvoll, denn die Kosten und der Ressourceneinsatz hierfür sind vergleichsweise gering. Zudem besteht das Baggergut aus natürlichen Elbesedimenten, die ein wichtiger Bestandteil der Natur sind und nicht unnötig entfernt werden sollten.

Eine Hand hält eine kleine Glasprobe über ein geöffnetes tragbares Messgerät (Photometer DR1900) zur Sedimentanalyse. Das Gerät zeigt einen Messwert auf dem Display an.
Zertifizierte Labore prüfen die Sedimentproben auf über 40 verschiedene Stoffe.

Durch die Behandlung des Baggerguts an Land erzeugen wir sauberen Sand und feinkörniges, bindiges Material. Der Sand kann als Baustoff verwendet werden, das feinkörnige Material statt Klei oder Lehm als Dichtung auf Deponien. Auch im Deichbau oder im Baugeschäft als Rohstoff für z. B. die keramische Produktion kann das Material eingesetzt und somit zweitverwertet werden. Der Rest des behandelten Baggerguts wird in den Hamburger Baggergutdeponien Francop oder Feldhofe gesichert eingelagert. Die Oberflächen dieser Deponien bereiten wir durch moderne Bautechnik so auf, dass öffentliche Grünanlagen oder andere Nutzungsflächen entstehen können.
 

 

Qualitätscheck des Baggerguts

Für den Qualitätscheck wurden wissenschaftlich abgeleitete Maßgaben und Werte festgeschrieben, die genau vorgeben, ab wann die Sedimente zu schadstoffbelastet sind, um im Gewässer zu bleiben. Die Bedeutung von Schlick im ökologischen Gleichgewicht ist nicht zu unterschätzen, denn er enthält zahlreiche Nährstoffe und ist Lebensraum für Mikroorganismen, kann aber auch Schadstoffe binden. Aus Schlick bestehen auch die Watten, Vorländer und Marschen. Werden die festgelegten Werte eingehalten, ist sichergestellt, dass beim Verbleib des Baggerguts im Gewässer keine unzulässigen Auswirkungen auf die Umwelt entstehen und alle gesetzlichen Anforderungen des Natur- und Artenschutzes erfüllt werden. Vor den Baggereinsätzen nehmen wir daher umfangreiche Sedimentproben und lassen diese in zertifizierten Laboren auf über 40 Stoffe untersuchen. Und auch nach der Umlagerung schauen wir genau hin. Umfangreiche regelmäßige Untersuchungen des Gewässerbodens, des Wassers, der Fische und Bodentiere an und um die Verbringstellen stellen sicher, dass auch langfristig keine Gefahr von unserem Baggergut ausgeht.

Mehr dazu auch in unserem Wir-machen-Hafen-Video!

FAQ zum Thema Schlick und Verschlickung

Die wichtigsten Fragen und Antworten auf einen Blick.

 

Von Verschlickung spricht man, wenn sich Sedimente, also Schlick und Sand, in Fahrrinnen oder Hafenbecken so ablagern, dass die Wassertiefe für den Schiffsverkehr nicht mehr ausreicht. In diesen Fällen wird der Schlick geprüft und gezielt gebaggert.

 

 

 

 

Der überwiegende Teil des Schlicks wird nach Prüfung auf geeigneten Verbringstellen in der Tideelbe oder der Nordsee umgelagert. Ein kleinerer Teil, der belastet ist, wird an Land behandelt und sicher deponiert.

 

 

Vor den Baggereinsätzen werden umfangreiche Sedimentproben genommen und in zertifizierten Laboren auf über 40 Stoffe untersucht. Wissenschaftlich festgelegte Maßgaben bestimmen, ob das Baggergut im Gewässer verbleiben kann oder an Land behandelt und entsorgt werden muss.

 

 

Die Bedeutung von Schlick ist vielfältig: Er ist ein wichtiger Bestandteil des Gewässers, enthält Nährstoffe, ist Lebensraum für Mikroorganismen und Bestandteil von Watten, Vorländern und Marschen. Gleichzeitig kann Schlick Schadstoffe binden, weshalb seine Nutzung und Umlagerung strengen gesetzlichen Vorgaben unterliegt.

 

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